Bauernbarock-Kirche Reinhardtsdorf

Diese Kirche berichtet von der Vergangenheit und zeigt uns das Erbe, welches wir übernommen haben. Der künstlerische Reichtum und die vielfältigen Formen der Dorfkirche weisen uns
auf die Verantwortung hin, die wir gegenüber diesen Schätzen haben.

Emporen und Malerei

Die Ausmalung der Kirche wurde von 1681 bis 1711 durchgeführt. Namentlich bekannte Maler sind Gottfried Schenker und Johann Georg Walter.

Die obere Empore wurde 1627 erbaut. Sie zeigt die Geschichte des Alten Testaments in 30 Bildern. Sie wird von der Erschaffung von Adam und Eva bis zum Totenfeld erzählt.

Die untere Galerie zeigt das Neue Testament in 20 Bildern, beginnend mit der Verkündigung, über die Passionsgeschichte und endend mit der Ausgießung des Heiligen Geistes.

Unter jedem Bild stehen die Namen und Berufe der Spender und der gespendete Betrag. Im Hintergrund der Bilder sind Motive aus der Sächsischen Schweiz zu sehen. Damit gehören diese Bilder zu den ältesten Darstellungen der Sächsischen Schweiz.

Das Deckengemälde über dem Altar zeigt die Heilige Dreifaltigkeit, Vater, Sohn und Heiliger Geist. In der Mitte der Decke ist eine Sonne zu sehen, die von vier Engeln umgeben ist.
Darin steht geschrieben: DEO TRINUNI SACRUM. Das bedeutet übersetzt: Heilig dem dreieinigen Gott.

Über der Orgel befindet sich eine Darstellung des Jüngsten Gerichts mit Jesus als Richter.

Bezeichnend sind die Kirchenbänke. Es sind die ursprünglichen Kirchenbänke aus dem 17. Jahrhundert. Jahrhundert. An vielen Stellen lassen sich noch Namensschilder entdecken. Diese sollten Plätze für treue Kirchenbesucher reservieren. Ein interessantes Detail sind die Notsitze auf beiden Seiten des Mittelgangs.

 

 

Der Hauptaltar

Der heutige barocke Hauptaltar wurde 1681 von Michael Gäden aus Stolpen errichtet. Im Jahr 1684 wurde er von Gottfried Schanker bemalt.

Auf der ersten Etage ist das Heilige Abendmahl plakativ abgebildet. Rechts und links sind die Abendmahlsutensilien abgebildet.

Im zweiten Stockwerk sind der Kreuzweg und die Kreuzigung dargestellt. Die Porträts von Moses und Johannes dem Täufer bilden den dekorativen Seitenabschluss dieses Stockwerks.

Die zentrale Darstellung des dritten Stockwerks ist die Niederlegung Jesu. Zwei Engel schmücken die Seiten.

Der siegreich auferstandene Jesus mit der Siegesfahne über dem Jahwe-Zeichen krönt den Altarabschluss.

Zum Altarschmuck gehören ein goldenes Kruzifix, ein zinnenbewehrter Abendmahlskelch und eine verzierte Hostienschale. Die beiden massiven Altarleuchter aus Zinn stammen aus dem Jahr 152 und wurden von Herrn von Bünau gestiftet.

 

Der geflügelte Altar

Die Kirche wurde 1521 von Bischof Johannes Vll. von Meißen als Kirche mit drei Altären geweiht. Der damalige Hauptaltar, ein Flügelaltar aus dem Jahr 1521 von Gregor Hörcel, ist bis heute erhalten.

Die äußeren Flügel zeigen Kaiser Heinrich den Heiligen (links) und den Heiligen Wolfgang (rechts). In der Mitte sieht man die Heilige Anna die Dritte (Maria mit dem Jesuskind und der Heiligen Anna). Der heilige Wenzel (links, oben), der heilige Vitus Vitus
(links, unten), Sankt Martin (rechts, oben) und Sankt Nikolaus (rechts, unten) sind auf den inneren Flügeln zu sehen.

Dieser Altar war über 100 Jahre lang in den Dresdner Kunstsammlungen zu sehen. Der Kirchenvorstand setzte sich für die Rückführung des Kunstwerkes ein. Dies geschah im Januar 1945, sonst wäre es wahrscheinlich in der Nacht des 13. Februar 1945 ein Opfer der Flammen geworden.

 

Die Kanzel

Die hölzerne Kanzel wurde im Jahr 1615 gebaut. Der Erbauer ist namentlich nicht bekannt.

Die Kanzel, als Ort der Verkündigung des Wortes, würdigt die vier Evangelisten mit ihren Symbolen besonders:

Matthäus – Engel
Markus – Löwe
Lukas – Stier
Johannes – Adler

Um das Gesamtbild zu vervollständigen, erscheint der siegreich gekrönte Jesus kühn zwischen den Evangelisten.
Nach oben hin wird die Kanzel von einem Baldachin abgeschlossen.
Unter der Kanzel befindet sich ein kleines Bild mit einem Teufelskopf. So zertritt der Priester den Teufel mit seinen Füßen, wenn er seine Predigt hält.

 

Wetterfahne

Im August 1688 wurde die Wetterfahne mit dem Knauf aufgehängt.
Durch einen Sturm in der Nacht des 25. Mai 1799 wurde die Wetterfahne stark beschädigt. Daraufhin wurde sie repariert und der Knauf vergoldet, und im Oktober 1802 nahm sie wieder ihren ursprünglichen Platz ein.

Im Jahr 1936 wurde der Kirchturm umfangreich erneuert. Die alte Wetterfahne konnte nicht wiederhergestellt werden. Sie wurde neu angefertigt und nach dem alten Modell angebracht.

Im Jahr 1993 wurden Renovierungsarbeiten am Kirchturm notwendig. Im Zuge dieser Arbeiten wurde die Wetterfahne abgenommen, renoviert und vergoldet und im Februar 1994 wieder angebracht.

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Kirchenchronik

Kirchenchronik

11. – 12. Jh.
Erbauung der ursprünglichen romanischen Wehrkirche
1368
Erste urkundliche Erwähnung, gegründet unter einer deutschmährischen Ordenskanzlei der Deutschritter (Dekanat Außig)
1521
Der Flügelaltar von Gregor Hörcel hält in die Kirche Einzug und ist der Kirche bis heute erhalten geblieben
1523
Erweiterung des Kirchenbaus und Neuweihung als Kirche mit drei Altären durch Bischof Johannes von Mölln
1668
Erstmalige Erwähnung eines Orgelbaus
1675 – 1678
Erweiternde Baumaßnahmen zur jetzigen Gestalt mit einem Dachreiter unter Pfarrer Weniger
1681
Der heutige barocke Hauptaltar wird von Michael -Läden aufgerichtet
1685
Fortführende Baumaßnahmen unter Pfarrer Hasse, es werden Glockenturm, Westportal und Bauernstübchen errichtet
1681 – 1711
Es erfolgt die Bemalung des gesamten Kirchenschiffs, namentlich bekannte Maler sind Gottfried Schanker und Johann Georg Walter
1715
In die Sakristeipforte wird ein Kunstschloss von Hans Schuricht, sein Meisterstück, eingebaut
1781
Sanierung des Glockenturms und einsetzen einer neuen Uhr, sie ersetzte die Schlaguhr von 1636
1802
Wetterfahne von 1688 wird erneuert
1911
Die heutige Orgel wird von Hermann Eule aus Bautzen gebaut als deren 129. Orgelwerk
1922
Glockenweihe der im ersten Weltkrieg abgenommenen Glocken.
1936
An den Windfangtüren werden die gestifteten Wappen der eingepfarrten Gemeinden eingesetzt
1942
Das Geläut bestehend aus drei Bronze Glocken von 1924 wird abgenommen und dem Krieg geopfert, nur die Saigerschelle bleibt der Gemeinde erhalten, sie war ein Geschenk von Herrm von Bünau 1685
1958
Feierliche Glockenweihe der zwei neuen Stahlglocken, die Saigerschelle ist nun Teil des Geläuts
1967
Renovierung der Orgel von der Firma Eule
1976
Modernisierung der Turmuhr und des Geläutes, sie werden nun elektrisch betrieben, die alten Sandsteingewichte der Uhr werden abgehängt
1984
Schrittweise Renovierung der Emporen
1990
Restaurierung der Bilder am Pfarrstand, im Altarraum und über der Sakristei
1994
Sanierung des Glockenstuhles und der Turmkuppel mit Wetterfahne Umgestaltung des Eingangsbereiches
2008
Restaurierung Flügelaltar
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