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Die 8 Etappen des Malerweg in der Sächsischen Schweiz

Rasten am Malerweg.

Der Malerweg, welcher als Rundweg durch die sächsische Schweiz führt, gilt als der schönste Wanderweg Deutschlands. Doch was macht den Malerweg unter Wanderern so beliebt und was hat es mit den „Malern“ auf sich?

 

Karte des Malerweg.

Karte von Rolf Böhm, Bad Schandau – Übersichtskarte Dresden und Umgebung 1:200.000, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4942350

 

Auf natürlichen Pfaden durch die Sächsische Schweiz

Der Malerweg führt durch das Elbsandsteingebirge südöstlich von Dresden. Diese Gegend, durch die sich auch die Elbe schlängelt, wird auch als sächsische Schweiz bezeichnet. Die Berge und Täler dieser Gegend sind das Ergebnis eines 100 Millionen Jahre andauernden Erosionsprozesses: In dem Gebiet des heutigen Sandsteingebirges ist eine kompakte Sandsteinplatte durch Wind und Wasser langsamen Erosionsprozessen ausgeliefert gewesen, wobei Flüsse tiefe Täler in die Landschaft gegraben haben. Währenddessen sind festere Gesteinsschichten wie Granit von den Erosionen verschont geblieben.

Diese Erosionsprozesse haben einzigartige Felsen, Täler und Berge mit abenteuerlichen Steigungen geschaffen. So kommt man in den Genuss einzigartiger, senkrecht aufragender Gesteinsformationen wie zum Beispiel der Schrammsteine. Auch die Tafelberge sind eine echte Attraktion, da sie zuerst steil ansteigen, jedoch einen breiten und flachen Gipfel haben. Bei gutem Wetter sind die Tafelberge von Dresden aus zu sehen. Auf einem dieser Tafelberge wurde die Festung Königstein erbaut. Der Malerweg führt über die meisten dieser Berge und bietet dem Wanderer ein großartiges Panorama als Lohn für den Aufstieg.

Aber nicht nur Berge sind auf dem Malerweg zu bewundern: Er führt außerdem durch Teile des Nationalparks der Sächsischen Schweiz, vor allem nördlich der Elbe. Dies bedeutet, dass große Teile naturbelassen sind und dies auch bleiben. Die Wanderung auf dem Malerweg findet praktisch ständig im Grünen statt, da die Wälder überall intakt geblieben sind. Nur selten kommt es vor, dass man auf asphaltierten Straßen oder durch Ortschaften laufen muss.

 

Die größten Attraktionen des Malerweges

Die bekanntesten Orte und Stätten, die auf diesem Wanderweg liegen, bestechen durch Geschichtsträchtigkeit und Schönheit: Die Bastei bei Rathen ist wohl das bekannteste Wahrzeichen, denn bei ihr führt der Weg über eine Felsenbrücke in schwindelerregenden Höhen, direkt an der Elbe. Auch Festung Königstein, welche man auf dem Malerweg zwar nicht betritt, aber umrundet, gehört zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten der Sächsischen Schweiz.

Weiterhin sind viele natürliche Felsenformationen zu nennen, von denen man oft eine großartige Aussicht hat: Dazu gehören der Hockstein, die Schrammsteine, der Gratweg auf dem Rauenstein sowie die Barbarine.

Barbarine ist die Bezeichnung für einen Felsen in der Nähe von Königstein, welcher so hoch und schmal ist, dass er fast eine menschliche Gestalt hat. Dieser Felsen ist jedoch nicht bekletterbar. Höhlen gibt es ebenfalls, wie die Gautschgrotte bei Hohnstein oder der sogenannte Kuhstall nahe des Kirnitzschtals.

Weiterhin kommt der Wanderer an historischen Stätten vorbei. Dazu zählen der ehemalige Steinbruch im Liebethaler Grund, in dem heute ein Denkmal für den Komponisten Richard Wagner steht, Burg Hohnstein im gleichnamigen Ort, die Kohmühle oder das Kirnitzschtal. Im Kirnitzschtal fuhren bereits Straßenbahnen Ende des 19. Jahrhunderts. Und auch die Geschichte der Festung Königstein reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück.

 

Woher die Maler kommen

Wanderer über dem Nebelmeer, gemalt von Caspar David Friedrich.

Wanderer über dem Nebelmeer, gemalt von Caspar David Friedrich.

Der Malerweg ist nicht nur einer der schönsten Wanderwege in Deutschland, sondern auch einer der ältesten. Seine jetzige Route besteht seit mehr als 200 Jahren. In dieser Zeit sind viele Künstler in der Gegend der Sächsischen Schweiz gewandert, darunter auch Landschaftsmaler.

Die Schönheit der Gesteinsformationen und der Natur im Elbsandsteingebirge haben diese zu zahlreichen Kunstwerken inspiriert, wodurch sowohl die Maler als auch deren Werke sehr berühmt wurden. Caspar David Friedrich, Carl Gustav Carus und Ludwig Richter sind einige Namen der bekanntesten Maler, welche ihre Anregungen stets von Orten und Stellen auf dem heutigen Malerweg erhielten.

Das wohl berühmteste Werk, welches aus der Inspiration des Elbsandsteingebirges hervorgegangen ist, ist der Wanderer über dem Nebelmeer, gemalt von Caspar David Friedrich.

 

Die Etappen

Die Gesamtlänge des Malerweges beträgt 112 Kilometer. Es gibt insgesamt acht Etappen, auf denen man als Wanderer den Malerweg erkunden kann. Diese acht Etappen bilden einen Rundweg, welcher bei Pirna in Liebethal beginnt, 68 Kilomter auf der nördlichen Elbseite entlang führt, bevor man nahe der tschechischen Grenze bei Schmilka auf die Südseite der Elbe übersetzt und von dort aus die restlichen 44 Kilometer nach Pirna zurück läuft. Die acht Etappen gliedern sich dabei wie folgt:

 

  • 1. Etappe: Liebethaler Grund – Lohmen – Uttewalder Grund – Stadt Wehlen Länge ca. 4 Stunden
  • 2. Etappe: Stadt Wehlen – Bastei – Rathwalde – Hockstein – Hohnstein ca. 5 Stunden
  • 3. Etappe: Hohnstein – Brand – Waitzdorf – Kohlmühle – Altendorf ca. 5 Stunden
  • 4. Etappe: Altendorf – Kirnitzschtal – Schrammsteine – Kuhstall – Neumannmühle ca. 7 Stunden
  • 5. Etappe: Neumannmühle – kleiner Winterberg – großer Winterberg – Schmilka ca. 7 Stunden
  • 6. Etappe: Schmilka – Schöna – Reihardtsdorf – Papststein – Kurort Gohrisch ca. 7 Stunden
  • 7. Etappe: Kurort Gohrisch – Pfaffenstein – Festung Königstein – Weißig ca. 6 Stunden
  • 8. Etappe: Weißig – Wehlen – Naundorf – Obervogelgesang – Pirna ca. 5 Stunden

 

Verpflegung auf dem Malerweg

Auf jeder Etappe gibt es Gaststätten, welche sich auf die Wanderer eingerichtet haben. In ihnen kann man Stempel für die Etappen des Malerwegs erhalten. Außerdem kann man an solchen Gaststätten bekannte Gemälde auf Postkartenmotiv über die Gegend der jeweiligen Etappe erhalten. Die Gaststätten sind durch Schilde gekennzeichnet, auf denen „Wandererfreundlich am Malerweg“ steht. Wer alle acht Stempel erhalten hat, kann diese gegen eine kleine Belohnung im Tourismusinformationsbüro in Pirna einlösen.

 

Beste Reise- und Wanderführer für den Malerweg in der Sächsische Schweiz

Letzte Aktualisierung am 9.09.2022 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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