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Gebackenebirn Straße.

Gebackenebirn Straße.

In der Nähe des verlassenen Dorfes Stolzenhain, an der „Gebacknen Birnstraße“ in Richtung Lehmhübel, gibt es ein weiteres verlassenes Dorf. Das verlassene Dorf Kühlmorgen (auch Kühlemorgen) ist auf verschiedenen Karten eingezeichnet.

Über die Gründung, die Geschichte und den Untergang des Dorfes ist nichts bekannt. Der früheste schriftliche Hinweis stammt aus dem Atlas von Augusteus Adam Friedrich Zürner, der um 1730 erstellt wurde und den Flurnamen „Kahler Morgen“ nennt.

Da Morgen der Name eines alten Maßes für das Gebiet ist, deuten neuere Forschungen darauf hin, dass es sich immer nur um ein Stück Wald gehandelt hat und dass die Existenz eines Ortes namens Kühlmorgen ins Reich der Legende gehört.

Stolzenhain ist ein verlassenes Dorf in der Nähe des Dorfes Cunnersdorf bei Königstein.

 

Geschichte

Stolzenhain bei Cunnersdorf.

Stolzenhain bei Cunnersdorf.

Der Legende nach ist wenig über die Geschichte dieses „besonders schönen Dorfes“ bekannt. Stolzenhain entstand wahrscheinlich als Weiler mit Hämmern, denn auf alten Karten werden die Namen „Am Stoltzen hamer“ oder „stoltzen hamer Born“ (1592/93) genannt.

Der Ort befand sich in der Nähe einer herzhaften Quelle nordöstlich von Lehmhübel, die als Stolzenhainer Born bezeichnet wird.

Im Jahr 1551 erscheint der Name „Stolzenhayn Born“, 1591 der Name „Stoltzenhain“. Bereits 1548 wird die ehemalige Siedlung jedoch nur als Waldgebiet erwähnt. Dieses erstreckte sich „fahet sich ahn der Kunersdorffer guttere und Krippenbach und gehet herumb bies ans Lindenhorn – ist ungefehr ein vierteil weges langk und breith“ (es befand sich also in der Nähe des Hofes Cunnersdorf und wurde von der Parzelle Krippenbach und Lindenhorn begrenzt).

Im Jahr 1561 wird noch die „brethmuhl in dem Stoltzenhain“ im Krippenbachtal erwähnt. Es ist nicht bekannt, wann und aus welchen Gründen das Dorf verschwand. Wahrscheinlich spielten die abgelegene Lage und wirtschaftliche Gründe eine Rolle.

Legende

Gebackenebirn Straße.

Gebackenebirn Straße.

Einer Legende zufolge, die wahrscheinlich während des Dreißigjährigen Krieges entstanden ist, soll ein Fährmann aus Schmilka eines Nachts einen völlig abgemagerten Fremden in walisischer Tracht über den Fluss gebracht haben. Der Mann in schwarzem Gewand, mit mageren, knochigen Fingern und eingefallenem Gesicht, gab dem Fährmann ein Goldstück als Bezahlung, als er auf der anderen Seite der Elbe ankam und verschwand.

Am nächsten Tag brach in den Dörfern der Gegend um Zschirnstein eine Pestepidemie aus. Am schlimmsten war Stolzenhain betroffen, wo nur ein Lehrer und ein paar Schulkinder überlebten.

Aber auch sie starben schließlich an der Pest und das Dorf wurde verwüstet. Nur einmal in hundert Jahren kannst du die Kinder und ihren Lehrer nachts im Wald singen hören.