Umgebindehäuser in der Sächsischen Schweiz

Umgebindehaus in der Sächsischen Schweiz.

Diese einmaligen Bauwerke findet man noch in insgesamt 19 von 26 Städten und Gemeinden.

Sie gehören zu einem baugeschichtlichen Erinnerungsstück und sind damals in der Region durch verschiedene Verbindungen des slawischen Blockbohlenhaus ist mit dem dynamischen Fachwerkhaus entstanden.

Die größte räumliche Dichte der Umgebindehäuser findet man in der Oberlausitz, sowie den angrenzenden Regionen von Polen und Tschechien.

Damals war das Verbreitungsgebiet aber viel größer und umfangreicher und ging sogar von Thüringen aus über das Vogtland bis hin zum Erzgebirge bis nach Nordböhmen und sogar bis nach Schlesien. In den Jahren 1500 bis 1900 wurden Häuser vorzugsweise auf diese Art errichtet.

 

Woher stammen die Umgebindehäuser in der Sächsischen Schweiz?

Selbst heute findet man in manchen Regionen noch einige Gebäude aus dieser Zeit, die erhalten geblieben sind.

Niemand weiß so recht, wie die Umgebinde Bauweise überhaupt entstanden ist. Was jedoch auf jeden Fall klargestellt wurde ist, dass die Webereien, die in der Lausitz vermehrt aufgekommen sind, keinerlei Verantwortung für die Existenz der Umgebindehäuser trägt.

Diese Häuser waren definitiv schon vorher da.

 

Umgebindehaus in der Sächsischen Schweiz: Man findet sie auch heute noch.

Umgebindehaus in der Sächsischen Schweiz: Man findet sie auch heute noch.

 

Die Bauweise der Umgebindehäuser

In der Regel besteht ein sogenanntes Umgebindehaus aus mindestens zwei unabhängigen Baukörpern. Es gibt eine sogenannte Blockstube, die innerhalb des Hauses mit einer eigenständigen Gründung und einer eigenen Wand und Decke besteht.

Um diese sogenannte Blockstube herum wurde dann ein Werk aus Ständern errichtet. Dieses „umbindet“ die Blockstube und leitet eine Fachwerkbauweise über das Obergeschoss und die Dachlasten auf den Baugrund hinunter.

 

Schutz der Umgebindehäuser

Man sagt, das ganz einfache Handwerker aus dem Dorf diesen Baustil selbständig entwickelt und durchgeführt haben. Damit man die sogenannte Volks-Bauweise, die besonders einzigartig ist, auch bewahren kann, hat sich bereits im Jahr 2003 ein Kooperationsverbund gebildet, der grenzüberschreitend agiert und sich das „Umgebindeland“ nennt.

Infolge diesen Zusammenschlusses wurden verschiedene Alternativen geschaffen, um Projekte und auch verschiedene Aktionen zum Erhalt der Umgebindehäuser zu schaffen. Wer mehr zu diesen Aktionen erfahren möchte, kann sich unter www.umgebindeland.de darüber informieren.

 

Statistiken

In den Jahren 2004 und 2005 wurde eine bestand Erfassung der gesamten Umgebindehäuser für den Landkreis der Sächsischen Schweiz durchgeführt. Man konnte in einer Datenbank der Umgebindehäuser die Darstellung zusammenfassend betrachten.

Insgesamt wurden 274 Umgebindehäuser im Landkreis gezählt.

  • Davon waren insgesamt 89 vollständige Umgebindehäuser mit Blockstube und Umgebinde.
  • 89 Häuser, 32,5 %, waren als vollständige Umgebindehäuser mit Blockstube und Umgebinde:
  • 190 saniert oder teilsaniert, was 69,4% ausmacht.
  • Von den 274 Häusern insgesamt waren 35 beschädigt oder sogar stark beschädigt, was ein Prozentsatz von 12,8 ausmacht.

In der gesamten Zeit wurden verschiedene und sogar regional unterschiedliche Bauweisen und Formen von Bauten ausgebildet, welche den Gästen und Interessierten immer wieder neue Einblicke in die verschiedenen Lebensgewohnheiten der damals lebenden Menschen geboten haben.

Die größten Besonderheiten liegen in der Umgebindehaus-Gestaltung im oberen Elbtal. Hier gibt es z.B. Bauarten aus Umgebindesäulen, die aus Sandstein bestehen oder auch Fußbandkonstruktionen, die zur Aussteifung der Umgebindekonstruktion dienten.

 

 

 

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