Die Festung Königstein: Wolf Friedrich Beon

Die Festung Königstein

Die imposante Festung Königstein thront majestätisch über dem Elbtal und birgt eine reiche Geschichte, die sich über Jahrhunderte erstreckt. Ihr Bau wurde im Jahr 1589 begonnen, und schon bald erlangte sie eine herausragende strategische Bedeutung für das Kurfürstentum Sachsen.

Mit ihrer beeindruckenden Größe und der bewusst gewählten Position als schützende Grenzfestung zum katholisch-habsburgischen Böhmen spielte sie eine zentrale Rolle in der Verteidigung des Reiches. Doch hinter den friedlichen und ruhigen Kulissen, die Besucher heute vorfinden, verbergen sich zahlreiche Geschichten und Legenden, von denen eine besonders mysteriös und tragisch ist – der Fall Wolf Friedrich Beon.

 

Wolf Friedrich Beon als Kommandant der Festung

Im Jahr 1607 wurde Wolf Friedrich Beon zum Kommandanten der Festung Königstein ernannt. Damals war die Festung noch vergleichsweise jung, und Beon war erst der dritte Kommandant in seinem Amt. Als Festungskommandant hatte er eine gewaltige Verantwortung, denn ihm unterstand die gesamte Anlage.

Die Bedeutung von Königstein für das Kurfürstentum Sachsen war immens, und ihre Gemäuer galten als uneinnehmbar. Jeder Bewohner der Festung hatte die Pflicht, sein Leben zum Erhalt und zur Verteidigung dieser strategisch wichtigen Bastion einzusetzen.

Doch Beons Amtszeit nahm eine tragische Wendung. Nach nur drei Jahren als Kommandant wurde er wegen schwerwiegender Anklagepunkte vor Gericht gestellt. Unter den Vorwürfen befand sich die Drangsalierung seiner Untergebenen, aber noch schwerer wog der Vorwurf der Bereicherung durch Diebstahl des Holzvorrats der Festung und der Veruntreuung von Gütern.

Besonders das Abholzen des Festungswaldes, der als wichtiger Holzvorrat für Kriegs- und Belagerungsfälle diente und gleichzeitig eine repräsentative Funktion für Königstein innehatte, ließ seinen Frevel deutlich zutage treten.

 

Beons Verurteilung zum Tod

Der Prozess endete mit einem schockierenden Urteil. Beon wurde zum Tode verurteilt, und seine Hinrichtung erfolgte auf unehrenhafte Weise durch Erhängen. Ein solches Schicksal galt als besonders grausame Bestrafung, da der Erhängte noch Wochen nach seinem Tod an Ort und Stelle verblieb und somit als abschreckendes Exempel diente.

Die Hinrichtung fand in der Nähe der Elbe statt, an „einem der wenigen Bäume, die er vergessen hat, zu fällen“, wie der damals mit dem Fall betraute und spätere Kurfürst Johann Georg I. seinem Bruder berichtete.

 

Der Mythos um seinen Tod

Im Laufe der Zeit entstand eine Legende um Beons Tod. Es wird erzählt, dass er nicht infolge der Erhängung starb, sondern durch den abgeschlagenen Ast, an dem er hing, in die Tiefe stürzte. Die Legende besagt, dass straffällig Gewordene die Festung nicht tot und nicht lebendig verlassen durften und auf diese Weise die Bestrafung umgangen werden sollte.

Doch der Leiter der Abteilung Museum und Vermittlung auf der Festung Königstein, Dr. Markus Bitterlich, widerlegt diese Theorie. Tatsächlich blieb der Leichnam des Verurteilten noch lange am Ast hängen und diente als grausiges Exempel. Beons tiefer Fall als untreuer Kommandant wartete also darauf, dass das Seil aufgrund der Witterung schließlich nachgab. Die Eiche, an der er erhängt wurde, stand noch jahrzehntelang als stummer Zeuge seiner tragischen Geschichte.

 

Heutige Erinnerung an Beon

Heute erinnert das in die Außenmauer gemeißelte Beon-Kreuz an der Festung an die Vorfälle, die sich vor so langer Zeit ereigneten. Doch der Grund für Beons Fehlverhalten bleibt bis heute ein Rätsel. Dr. Markus Bitterlich gibt zu, dass er noch nach dem entscheidenden Puzzlestück sucht, das Aufschluss über die Motivation des einstigen Kommandanten geben könnte.

Die Festung Königstein mag heute ein Ort der Ruhe und Erholung sein, doch ihre Geschichte bleibt durch solche fesselnden Ereignisse lebendig und regt zum Nachdenken über die Abgründe der menschlichen Natur an.

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