Königstein: Die Geschichte von Schwalbe II in der Sächsischen Schweiz

Schwalbe II, auch bekannt als Eisenrose oder Orion, war ein bedeutsames U-Verlagerungsobjekt der nationalsozialistischen Rüstungsindustrie in der malerischen Region der Sächsischen Schweiz. Die Anlage wurde im Sandsteinbruch „Niedere Kirchleite“ nahe Königstein errichtet und hatte das Ziel, Flugbenzin für die kriegswichtige Produktion herzustellen. In diesem Text werden wir einen detaillierten Einblick in die Geschichte und den aktuellen Zustand von Schwalbe II gewinnen.

Der Bau der Anlage und die Beteiligung von Zwangsarbeitern

Im November 1944 begann der Bau von Schwalbe II, der sich über einen Zeitraum von etwa fünf Monaten erstreckte. Bei diesem Projekt waren ca. 2000 Zwangsarbeiter aus den KZ-Außenlagern Königstein, Weißig und Sellnitz beteiligt. Die Bauarbeiten umfassten die Schaffung eines umfangreichen Stollensystems, das aus 23 Stollen unterschiedlicher Länge bestand. Diese Stollen waren teilweise miteinander verbunden und dienten als Grundlage für die geplante Anlage zur Flugbenzinproduktion.

Die Einstellung der Bauarbeiten und die Verlegung der Häftlinge

Im März 1945 wurden die Bauarbeiten an Schwalbe II eingestellt. Zu diesem Zeitpunkt waren die Häftlinge gezwungen, das KZ-Außenlager zu verlassen und in das KZ-Außenlager Leitmeritz verlegt zu werden. Die Gründe für die Einstellung der Bauarbeiten sind nicht vollständig dokumentiert, doch der Einmarsch der Alliierten und die sich ändernde Kriegslage dürften eine Rolle gespielt haben.

Nachkriegszeit und Nutzung des Geländes

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die technischen Anlagen von Schwalbe II demontiert und zum Bahnhof Rathen gebracht. Diese Maßnahme erfolgte im Rahmen der Demilitarisierung und Demontage von Rüstungsanlagen. In den Jahren nach dem Krieg wurden einige der Stollen für geophysikalische Messungen genutzt, um Erkenntnisse über Erdbeben und Erdbewegungen zu gewinnen.

Aktueller Zustand und Nutzung des Geländes

Heute ist das Gelände von Schwalbe II umzäunt und darf nicht betreten werden. Der Großteil der Anlage ist nicht zugänglich und unterliegt strengen Sicherheitsmaßnahmen. Ein Stollen wird jedoch als Schießstand vom Königsteiner Schützenverein genutzt. Es sind noch 19 Stollen erhalten, und ihr Zustand ist bemerkenswert gut. Die Stein- und Gerölldämme, die während des Baus entstanden sind, sind trotz des Baumbewuchses deutlich erkennbar und zeugen von der einstigen Präsenz und Aktivität in dieser historischen Anlage.

Abschließend lässt sich sagen, dass Schwalbe II ein bedeutsames Zeugnis der nationalsozialistischen Rüstungsindustrie ist. Der Zugang zum Gelände ist aus Sicherheitsgründen beschränkt, doch die erhaltenen Stollen und Dämme erinnern uns an die Ereignisse und die Geschichte dieses Ortes. Es ist wichtig, diese Erinnerung wachzuhalten und aus der Vergangenheit zu lernen, um eine bessere Zukunft zu gestalten.

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